Mittenwald 2010

Erster Tag

Den geplanten Abreisetermin um 8:00 Uhr haben wir fast geschafft, um zehn nach acht geht es los. Wir nehmen die A45 damit man mal was anderes sieht, es geht also erstmal bis hinter Hagen in die falsche Richtung. Die nächsten Stunden sind unspektakulär, bis kurz vor Würzburg geht es staufrei voran, dann ist doch ein wenig mehr Verkehr und ewig lange Baustellen. In Ingolstadt fahren wir ab um zu tanken, 1,23 soll der Diesel auf der Autobahntanke kosten, das geht doch günstiger. Die Zapfsäule hat gerade losgelegt, wieso steht da 1,40 ?? Sch…. falscher Sprit, unter dem „Diesel“ steht ganz klein „Ultimate“. Bis der Fehler bemerkt ist sind schon für gute 10 Euro von dem Edelstoff im Tank, also erstmal an die Kasse, bezahlen und dann den richtigen Sprit für 1,20 fassen. Im weiteren Verlauf machen sich die paar Liter Ultimate nicht positiv bemerkbar, es geht eher schleppend bis München voran, der Rest auf der A95 ist problemlos, endlich tauchen Berge auf.
Gegen 16:30 kommen wir in Mittenwald an, die leichte Verwirrung dort jemanden zu finden legt sich schnell, da hängt ein Umschalg mit unserem Namen an der Tür.
Die Ferienwohnung ist sehr geräumig und verfügt über 2 Balkons. Wir begeben uns in die wenige Minuten entfernte Fussgängerzone, löschen den ersten Durst mit einen „Hellen“ und decken uns mit den notwendigsten Lebensmitteln ein. Im „Grillstadl“ gibt es einen lecker Schweinebraten und nicht ganz so leckeren Seelachs, der Hunger und die Müdigkeit treibt’s hinein.

Zweiter Tag

Gestern ist nicht viel passiert, nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir den Ort erkundet und uns bis zum Fusssballspiel ausgeruht. Abends gab es im „Nachtwächter“ eine sehr leckere Pizza, magenfüllend war die leider nicht, beim nächsten Mal also besser noch einen Salat vorneweg.

Dritter Tag

Heute haben wir die Wanderstiefel rausgekramt und haben und die Leutatsch-Klamm vorgenommen. Der Einstieg liegt etwa eine Viertelstunde vom Ortskern entfernt, zunächst ging es entlang der „altem Klamm“ bis zum Wasserfall, das Ganze kostet (inklusive Klobesuch) 2 Euro/Person, der Rest der Klamm ist kostenlos. Wir entscheiden uns die grosse Runde in verkehrter Richtung abzuwandern, erst den Berg hoch, durch die Klamm und hintenrum zurück. Nach einem zwanzigminütigen Aufstieg geht es los, der Weg führt über Gitterroste entlang der Schlucht, der Fluss befindet sich unten in circa 60 Metern Tiefe. Der Weg schlängelt sich eine ganze Weile entlang der Schlucht, kurz vorm Schluss kommt nochmal eine Brücke quer hinüber. Man fragt sich wie die das ganze Eisenzeugs hier hoch bekommen haben. Der Rückweg ist weniger spektakulär und erstaunlich flott erreicht man den Ausfluggasthof „Gletscherschliff“. Der Weg zurück bis nach Mittenwald ist schnell erledigt, aufgrund der Temperaturen verschieben wir die nächste Tour auf die nächsten Tage.

Vierter Tag

Wir begeben uns auf des König’s Spuren und besichtigen Schloss Linderhof. Der Weg führt uns durch Garmisch Richtung Oberammergau, vorbei am Kloster Ettal. Das Schloss ist überschaubar und dennoch ist es beeindruckend wieviel Kitsch sich auf kleinstem Raum unterbringen lässt. Wir erfahren das Ludwig II. hier im Gegensatz zu den anderen Schlössern wirklich gewohnt hat und sich vorzugsweise nachts umhergetrieben hat. Die zugehörige Venusgrotte hat das Flair ähnlicher Konstruktionen in Vergnügungsparks, vor dem Hintergrund des Alters ist das eine technisch beeindruckende Anlage.
Nach dem Schlossbesuch biegen wir rechts ab und fahren entlang eines Flussbettes das anscheinend im Frühjahr sehr grosse Wassermengen transportiert eine schöne Strecke in Richtung Plansee und treffen in Reutte wieder auf stärker besiedeltes Gebiet. An der nächsten Tankstelle versogen wir uns mit mit einem 7-Tages-Pickerl, der Wegweiser Richtung Innsbruck ist blau und deutet auf eine Autobahn hin. Es geht entlang des Fernpasses Richtung Innsbruck, wir lernen das Paketlasterfahrer in Österreich mindestens genauso wahnsinnig wie zuhause und wahrscheinlich bedingt durch die Strassenführung auch noch lebensmüde sind.
Nach einigen Kilometern Autobahn entdecken wir ein Hinweisschild nach Leutasch, wir nehmen diese Route über den Berg bis nach Mittenwald.

Fünfter Tag

Heute wollen wir mit der Karwendelbahn hinauf auf die Karwendelspitze, wir packen den Rucksack mit Pullover und Jacke und machen uns auf den Weg zur Talstation. Nach einigen Metern fängt es an zu regnen, also Planänderung und auf nach Innsbruck. Kurz hinter der Grenze sind in Richtung Süden weniger Wolken zu sehen. Der Weg führt hinab über den Zierler Berg ins Inntal und einige Kilometer Autobahn bis nach Innsbruck. Wir parken zentral und finden ohne Ortskenntnis sofort das „goldene Dach“ vor dem gerade eine Armeekapelle ein Konzert gibt. Es kommen nun doch einige Tropfen vom Himmel doch das gibt sich nach einiger Zeit. Wir nehmen noch einen Kaffee und machen uns auf den Rückweg. Kurz vor der Grenze füllen wir nochmal den Tank auf, Diesel ist hier 6 Cent günstiger.

Sechster Tag

Das Wetter ist wieder auf unserer Seite, ein kurzer Blick auf www.karwendelbahn.de sagt das es da oben 9° sind, also Pullover und Jacke ab in den Rucksack und einmal quer durch’s Dorf zur Talstation der Karwendelbahn. Die Tour mit Hin- und Rückfahrt kostet pro Person 22 EUR, mit der Gästekarte gibt es einen Euro Rabatt. Vor uns ist ein kleiner Andrang, wir warten etwa 10 Minuten auf die nächste Gondel und dann geht es innerhalb weniger Minuten hinauf auf rund 2200m. Im strahlenden Sonnenschein fragen wir uns wo man hier 9° messen kann, nach einem Kaltgetränk in der Gipfelstation geht es auf den Panoramarundweg einmal rund um das Karwendelbecken hinauf zur westlichen Karwendelspitze auf 2385m. Das dauert inklusive Rückkehr zur Gipfelstation der Seilbahn eine gute Stunde, nicht weil es wirklich weit und anstrengend ist, es herrscht hier viel Verkehr und es kommt immer wieder zum „Stau auf’m Berg“. Nach der Stärkung haben wir noch einen Blick in das „Fernglas“ der Austellung „Bergwelt Karwendel“ geworfen und wieder hinuntergefahren.

Siebter Tag

Heute geht es auf der anderen Seite auf den nicht ganz so hohen grossen Kranzberg. Von unsere Unterkunft aus sind es etwa 15 Minuten zu Fuss bis zur Talstation des Sesselliftes, dank der Gästekarte ist die Tour kostenlos. Nach einer gefühlten Ewigkeit und realen 20 Minuten erreichen wir die Bergstation. Von dort geht es bedingt durch die Mittagszeit und den tropischen Temperaturen recht schweisstreibend hinauf bis zur Kranzberghütte, wir schaffen das in der angegebenen Dreiviertelstunde. Die nächste Etappe führt nach einem Abstecher zum Gipfel dann die meiste Zeit bergab und meist durch den Wald bis zum Lautersee wo wir die nächste Stärkung einnehmen. Die letzte Etappe führt durch das Laintal zurück nach Mittenwald.

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